04 Dez

Rabenmutter?

crow-1378081

Ich habe viele Bekannte und Freundinnen, die selbst Mütter sind. Und ich beneide sie ja schon. Denn kaum einer dieser Mütter geht arbeiten und wenn, dann nur wenige Stunden pro Woche. Wenn wir uns dann treffen und uns über unseren Alltag unterhalten, dann fühle ich mich wie ein Aussenseiter. Wie eine Aussätzige. Wie ein Alien! Und manchmal auch wie eine Rabenmutter.

Letztens erst meinte eine: „Ich muss jetzt ab nächstem Jahr wieder arbeiten gehen. Stell dir vor: 2 Stunden am Tag!!!“ – Dabei machte sie ein Gesicht wie Sieben-Tage-Regenwetter. Ich musste mir ein Grinsen verkneifen.
Natürlich wäre ich nach dem Jahr Elternzeit auch gern daheim geblieben. Hätte den ganzen Tag mit meinem Kind verbracht und gespielt. Ich wär wohl besonders begabt im Legohäuser bauen und wüsste auf Anhieb, wie oft mein Krümel heute Stuhlgang hatte und welche Konsistenz dieser hatte.

Aber ich musste wieder arbeiten gehen! Erst 35 Stunden und jetzt sogar 40. Ich verurteile die Mütter nicht, die daheim bleiben dürfen. Ganz im Gegenteil. Ein wenig Neid ist mit dabei. Aber wenn ich dann sehe, was für Themen diese Daheimgebliebenen meistens haben, dann freue ich mich doch ein wenig an meinem Arbeitsalltag. Ich sehe dort andere Menschen, und damit sind nicht die Teilnehmer der Krabbelgruppen, des Babyschwimmens oder des Mutter-Kind-Turnens gemeint. Sondern andere erwachsene Menschen, die arbeiten gehen. Ich habe andere Themen, die mich beschäftigen. Mein Kopf ist nicht nur voll mit Baby-AA oder dem neusten Spielzeugtrend.

Und wenn ich dann sehe wie gestresst diese Vollzeit-Mütter sind, dann sage ich ehrlich: Das bin ich nicht! Ich bin nicht so gestresst, denn ich habe beim Arbeiten meine Auszeit vom Mutti sein. Ich bin dann ab 16:30 Uhr wieder Mama und voll und ganz für meinen Krümel da. Und dazwischen ist fast wie Urlaub vom Kind. Auch wenn das nun sicher böse klingt. Ich freue mich abends auf meinen Krümel, wenn er auf mich zu gerannt kommt, mich in seine Arme schließt und mit mir schmust. Und ich freue mich auch morgens, wenn er in der Kita ist, gut betreut wird und ich im Büro mal was anderes sehe.

Ich will meinem Kind etwas bieten können! Neben Liebe und Geborgenheit, gehört aber auch ein wenig Materielles dazu. Das fängt schon bei abwechslungsreichem Essen an und endet bei dem ein oder anderen Spielzeugauto, was er sich aussuchen darf, wenn wir zusammen einkaufen gehen. Natürlich gehört dazu das nötige Kleingeld und… Ergo: Ein Job!

Bin ich deshalb eine Rabenmutter?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Bitte löse die Aufgabe! *
Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.